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Warum schimmelt die Silage für Pensionspferde? Fünf einfache Antworten

Grassilage-ballen-pferde-schimmel-folie
am Samstag, 18.06.2022 - 06:30 (Jetzt kommentieren)

Treffen Pilzsporen aus der Luft und Sauerstoff im Futterballen aufeinander, schimmelt die Silage. Auch als Pferdefutter sind die Ballen dann nicht mehr zu verwenden.

Essigsäure unterdrückt Schimmelpilze. Sie wird während des Siliervorgangs gebildet, genau so wie Milchsäure. Beide konservieren das Futter. Das muss optimal ablaufen.

1 Zwischen Öffnen und Verfüttern liegt zu viel Zeit

Je nachdem, wieviel Pferde gefüttert werden, kann die Zeit zwischen dem Öffnen des Ballens und dem kompletten Verfüttern der Grassilage zu lang werden. Die Einfluss von Sauerstoff aus der Luft ist besonders bei hohen Temperaturen im Sommer groß. So können sich einzelne Schichten schnell nacherwärmen. Dann fangen sie schnell an zu schimmeln.

2 Die Lagerstabilität reicht nicht

Es kann sein, dass die Stabilität von Grassilage je nach Lagerdauer schlicht nicht ausreicht. Um sie zu verbessern, lassen sich Siliermittel einsetzen, meist Propionsäuren. Sie sollten ein Prüfzeichen tragen. Bei Trockenmassegehalten über 40 Prozent für Pferdegrassilage ist deren Wirksamkeit jedoch meist relativ niedrig.

3 Die Folie war beschädigt

Werden die Folien der Grassilageballen beschädigt, etwa durch Vögel, Katzen, Hunde oder Schadnager, kann sich durch eindringende Feuchte ebenfalls Schimmel bilden. Gegen Krähen, Dohlen oder Stare helfen Schutznetze über den Ballen. Köderboxen zeigen Schadnager wie Ratten an, die Folien sogar fressen können.

4 Die Silage war nicht gut gewickelt

Wird die Grassilage nicht komplett luftdicht eingewickelt, kann sie womöglich schneller schimmeln. Mindestens sechs Lagen Folie sind nötig, je nach Struktur des Futters und verwendeten Silofolie. Zudem müssen die Lagen gut überlappen. Alle Stellen der Ballen müssen gut gewickelt sein.

5 Das Erntegut war zu weit angewelkt

Ist das Gras getrocknet, gepresst und eingewickelt, sollte es noch mindestens etwa 40 Prozent Restfeuchte haben, aber auch nicht mehr als 60 Prozent Trockenmasse. Nach dem Pressen bleibt im Ballen noch restlicher Sauerstoff, der schnell verbraucht wird. Bakterien werden nur bei ausreichender Restfeuchte aktiv. Ohne sie kommt der Silierprozess kaum in Gang. Dabei wird Milch- und Essigsäure gebildet und das Futter zügig konserviert.

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